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Jahresbericht 2020


MiakWadang Yei / Central Equatoria / SüdSudan

Präambel: Das Jahr 2020 war für MiakWadang das ereignisreichste in seiner Geschichte. 2019 war die Zeit der Vorbereitung und Einleitung verschiedener Projekte.

Die Vielfalt der Teilprojekte braucht Erklärung: MiakWadang hat in seinen Community Development Projekten immer das Ziel der Vielfalt der Einheiten im Fokus einer ganzheitlichen Gesundheit der Individuen und Community angestrebt. Ernährungssicherheit mit Aufbau der Landwirtschaft, Bildung durch Aufbau von Grundschule und Weiterbegleitung in höhere Schulen und Universität, Basisgesundheitsdienst unter Einbeziehung lokalen medizinischen Wissens, wirtschaftliche Entwicklung im Gemeinwesen und mit individuellen Startups, Förderung von Kunst und Kultur und damit Einfluss auf psychosoziale Gesundheit.

Basisprinzipien sind dabei „Empowerment“, Anstoß zur Selbsthilfe, kulturelle Sensibilität, Nachhaltigkeit der Maßnahmen, mehrere Bereiche in Anlehnung an die Sustainable Goals der UN, Agieren als nationale NGO in Zusammenarbeit mit anderen NNGO’s.

Der SüdSudan hat seit 1956 drei grausame Bürgerkriege erlebt und befindet sich entwicklungsmäßig noch nicht am Weg aus den Folgen. 60 Jahre an Hilfsabhängigkeit von außen, Generationen auf der Flucht, in Lagern im und außerhalb des Landes verursachte Prägungen, die eine Herausforderung für die Wiederherstellung einer Normalität darstellen. Die Haltung in der Bevölkerung ist: Ihr seid Hilfsgesellschaft, ihr müsst uns ja helfen, das ist Euer Job. Diejenigen, die etwas Bildung in den umgebenden Ländern erhalten haben wissen sehr genau wie sie mit der Hilfsindustrie umgehen müssen, um persönlichen Gewinn herauszuschlagen. Kleinkorruption hält am Leben, aggressive Korruption der Führungsspitze blutet das Land weiter aus und missbraucht die Milliarden an Hilfsgeldern. In dieser Situation wird uns mit viel Dankbarkeit bewusst, was unser christlicher Hintergrund bedeutet, die Hilfe von oben, Hoffnung und Zuversicht. So führen wir unsere Projekte respektvoll auf christlicher Wertebasis.

Bewährtes Entwicklungsdesign trifft auf Überraschungen und Herausforderungen in den Communities. MiakWadang bemüht sich um den schmalen Weg respektvoll mit der Community Lösungen zu erarbeiten und sich einer Gastrolle im Land bewusst zu sein.

https://www.youtube.com/watch?v=RaEImyMIDa0


Die detaillierten Berichte aus dem Land, von den Partnerorganisationen, sind im Original für Sie vorbereitet, bei Interesse bitte anfordern. Sind wegen der Datenmenge nicht inkludiert.

Wenn Sie vorab mit Bildern unserer Arbeit eintauchen wollen ist hier der Link. Man kann ja auch als Abschluss die Bilder betrachten und sie den vielen Projekten zuordnen.

https://photos.google.com/album/AF1QipNhRbJb-M5Nv5cXvZBR4BqFP9wBS1gIp7ktUEWJ


Frauenförderungsprojekte:

Heilpflanzenprojekt: Zwei Mitarbeiter haben Kurse mit der Organisation ANAMED besucht, in denen sie die Bedeutung und den Anbau von afrikanischen Heilpflanzen wie Artemisia, Moringa, Neem, etc., sowie einheimischen Heilweisen erlernt haben. Artemisia wurde in Yei als Plantage angepflanzt und lokal verteilt. In den verschiedenen Kursen und öffentlichen Auftritten wurde immer wieder auf Heilpflanzen als afrikanische Hausapotheke hingewiesen.


Frauenkooperativen:

· 20 Frauen besuchten einen Intensivkurs für Schneiderei. Die Auswahl erfolgte unter Rückkehrerinnen aus den Flüchtlingslagern in Uganda zur Selbstversorgung ihrer Familien. Den zum teil schwer traumatisierten Frauen wurde auch seelische Betreuung angeboten und sie konnten in einer Atmosphäre der sicheren Geborgenheit und Akzeptanz heilsames Wachstum erleben.

· Eine Kooperative konzentrierte sich auf Catering. Mit einem Selbsthilferegime konnte über Zeit Geschirr angeschafft werden und gutes Einkommen bei öffentlichen Anlässen lukriert werden.

· Eine Coop spezialisiert sich auf Herstellung von Taschen mit einer speziellen Technik. Es werden in ein Gewebe Stoffabfälle der Schneider in der Stadt eingearbeitet und so gefällige, verkaufbare Produkte hergestellt.

· Eine Frauenkooperative stellt tragbare, kleine Öfen aus Lehm her und dazu passend Brennmaterial in der Form von Eierbriketts. Diese Gruppe hatte auch erste Ansätze mit Zucht von Hasen und Enten.


Landwirtschaft: In diesem überaus fruchtbaren Land mit ausreichend Wasser bietet sich erfolgreicher Gemüseanbau an. MiakWadang hat zahlreich Biosamen zur Verfügung gestellt, der auch entsprechend Frucht getragen hat.



Kinder/Jugendprojekt: Der Bürgerkrieg hat viele Schicksale unbegleiteter Straßenkinder hervorgebracht. Und selbst wenn eine Familie vorhanden ist kann sie keine Schulgelder bereitstellen. Das Projekt hat 180 Straßenkinder in verschiedenen Gruppen organisiert. Fußball ist der sammelnde Anknüpfungspunkt, aus Österreich kamen zahlreiche Dressen, Schuhe, Bälle. 165 Schüler wurden in ein Sponsorprogramm übernommen. https://www.wilearn.org/de/south-sudan.html https://www.youtube.com/watch?v=mr8RFLzb6K8


Gehörbehinderte: Eine junge Frau hat in Uganda die Zeichensprache erlernt und in Eigeninitiative 30 Gehörbehinderte in der Stadt gesammelt. Diese Vorarbeit hat MiakWadang übernommen und besondere Coronavorsorge und Betreuung aktiviert.


Katiyu – BioRestaurant Die Frau eines Mitarbeiters ist aus Uganda gekommen, um die Familie zusammenzuführen. Sie hat in der Hotellerie gearbeitet und wollte jetzt mit einem eigenen Lokal zum Familieneinkommen beitragen. MiakWadang hat sie mit einem Startkapital von Biohof Achleitner unterstützt.


Konferenz biologischer Landbau Es existieren in Yei mehrere landwirtschaftliche Initiativen. MiakWadang hat an der Bildung eines Konsortiums gearbeitet und an der Vorbereitung einer Konferenz. Die Coronakrise hat die Konferenz auf unbestimmte Zeit verschoben.


Access Radio Radio ist die wichtigste Informationsquelle dieser Gegend, MiakWadang hat den Aufbau des Senders monetär und mit Ideen unterstützt. Dieses Medium hat wiederum unsere Aktivitäten publik gemacht.


Coronaprävention Gerade zum Ausbruch und Bekanntwerden der Coronapandemie konnten die jüngst ausgebildeten Schneiderinnen mehrere Tausend Masken produzieren. Artemisia mit einer gegen Malaria und Corona schützenden Wirkung war zu begrenzter Verteilung zur Verfügung. Gemüse als immunstärkendes Lebensmittel kam aus der Landwirtschaft. MiakWadang plante und finanzierte Warnungen der Bevölkerung mit Lautsprecherfahrten und Seifen/Wassereimer-Verteilungen.


Netzwerke MiakWadang hat alle Regierungsbüros besucht und über zukünftige Aktivitäten informiert. Ein wichtiger Teil der Arbeit in diesen unsicheren Situationen in einer Stadt, die von Rebellen umgeben ist. Es wurde Kontakt mit in- und ausländischen Hilfsorganisationen aufgenommen zur Clusterbildung in verschiedenen Bereichen. Selbst die UNMISS Schutztruppe wurde mit einbezogen und hat mitfinanziert.


Dezember war ein Intensivmonat mit dem Ziel die Community zu mobilisieren. Weihnachten ist das größte Fest im Land. Für die Aktionen wurde die Mitarbeit der meisten Kirchen gewonnen, die Veranstaltungen fanden im außerkirchlichen Bereich statt um den Charakter des Ansprechens der Gesamtbevölkerung zu wahren.


Talentecontest Für das Weihnachtsfest wurde eine Auswahlveranstaltung abgehalten, in der verschiedene lokale Musikgruppen und Künstler ihre Talente zur Schau stellen konnten. Das Team wollte keine Kosten für Professionisten aus Uganda ausgeben.


Vortragsreihe Drei Tage fanden Vorträge über Partnerschaft/Ehe, Gesundheit, Erziehung, Wirtschaft statt, die sehr gut besucht waren und Teilnehmer haben weitere Vorträge eingefordert.


Stadtreinigungsaktion Das junge Team hat viele Bürger der Stadt mitmobilisiert und Straßen und Markt gereinigt. Die Aktion fand großen Anklang und hat das Interesse am weiteren Ausbau von Umwelt- und Müllentsorgungsaktionen erweckt.


Weihnachtsfest Das Fest für Hunderte war ein voller Erfolg und wurde dankbar sowohl von Hungernden als auch Regierung angenommen. Somit wurde ein guter Teil der Stadtbevölkerung erreicht und sensibilisiert für weitere Aktionen, die ihre Mitarbeit brauchen.

https://drive.google.com/drive/folders/1_wR4h-Net3mWUa_OsHIxo3rubaVdmA8x


Jänner 2021

Lebensmittelverteilaktion Durch den Corona-Lockdown wurden Bürger der Stadt abgehalten ihrer Tagelöhnerarbeit nachzugehen und sie wurden in Hütten und Häusern isoliert. Nun war ihre Wahl „entweder sterbe ich an Covid-19 oder an Hunger“. Zusammen mit den Stammeshäuptlingen und Sheiks führte das Team eine Haus zu Haus Untersuchung durch, um Härtefälle aufzudecken. Sie konnten 300 Haushalte definieren, die dringlich Hilfe brauchten. Das Team kaufte im Großhandel ein, verpackte die Lebensmittel und verteilten sie nach Bedarf und Plan. Neben der humanitären Hilfe entstand weiter Atmosphäre in der Stadt, die sich friedensbildend und friedenserhaltend auswirken wird. Und es wurde die Kooperation mit den einheimischen Leitern hergestellt, deren Position durch die Aktion respektiert wurde.


Was sind die nächsten Schritte? Aufbauend auf den Aktionen 2020 sind folgende Schritte geplant:


Umweltaktionen und Müllsammlung Ostern wird wieder mit einer Stadtreinigungsaktion eingeleitet. GIZ Deutschland hat Interesse gezeigt dieses Programm von DSI zu unterstützen. Projektentwurf ist in Arbeit – Von zu Hause bis zur Müllverbrennungsanlage und Recycling.


Begleitung in der Coronalockdownzeit UNMISS hat Interesse an Projekten von DSI gezeigt, im Gespräch ist eine „Suppenküche“ , Herstellung einfacher Mahlzeiten zur Abholung und Verteilung. Das Team von DSI kennt die bedürftigen Haushalte jetzt und könnte mit einem Schulprogramm Schüler in einer Verteilaktion anleiten. Überschüsse aus der Landwirtschaft könnten gespendet werden , sowie Marktprodukte. Kontakt wird auch mit dem World Food Program aufgenommen.


Heilpflanzen und Landwirtschaft. UMC hat große landwirtschaftliche Flächen zur Verfügung gestellt. 2 Mitarbeiter werden nach Uganda auf Ausbildung geschickt. Artemisiaplantage und Gemüseproduktion sind geplant.


Kinderzentrum DSI hat einen Compound mit mehreren Häusern angemietet und nach der Renovierung unter Mitarbeit der Jugend werden regelmäßig Kindertreffen stattfinden. In einer Lieferung aus Österreich befindet sich eine große Menge an Lego, Fußballdressen, Bälle, Schuhe, Zeichen/Malmaterial. Somit ist ein guter Start der Kinderarbeit ermöglicht.


Bildung Sponsoranträge für Studenten werden bearbeitet.


Assoziierte Frauenarbeit Die musikalisch sehr begabte und bekannte Suzan Knight wird weiter Frauenprojekte aufbauen. Produziert werden zunächst Seifen, Bettwäsche, Taschen. Suzans Musikvideos sind auf Youtube https://www.youtube.com/channel/UCpqo1_jm3VQfngjEd3kmLwA


Assoziierte Gehörbehindertenarbeit. Prof. Johannes Fellinger unterstützt den weiteren Ausbau der Gehörbehindertenarbeit und die Entwicklung einer Homepage für diese Gruppe, die Amida Clara und Hanadi Samani leiten. www.vibi.at


Computertraining Der Teamleiter Dayton Moses hat eine universitäre Ausbildung in IT und möchte diese Fähigkeiten für die Jugend einsetzen. https://www.youtube.com/channel/UCqghfrgLlpAG6t5I0wls31g


Strickwarenprojekt Bisher wurden 100 Erstlingssets für Baby‘s hergestellt, das Projekt geht jetzt in die Schulung und erweiterte Produktion von Strickwaren unter Leitung von Mama Hanadi


Bedankung Wir bedanken uns herzlichst für alle Zuwendungen in Form von Spenden, Material, KnowHow, Gebet, Herstellen von Verbindungen und Weitersagen.

Das Coronajahr 2020 war gesundheitlich und wirtschaftlich eine große Herausforderung in Österreich und im SüdSudan. Mangelnde Planungssicherheit mit Flügen, Materialbesorgungen im Nachbarland Uganda, Erkrankungen von Mitarbeitern, Todesfälle, Stimmungen im Land haben uns vor große Herausforderungen gestellt.

Was im Land sehr geschätzt wird ist Nachhaltigkeit und Langfristigkeit, Beginn im Kleinen mit Wachstum, persönliches Engagement, Vertrauen, Zeit für persönliche Kontakte, emotionale Entlastung durch Erzählen können erschreckender Erlebnisse, bei aller Professionalität des Vorgehens im Sinne von Entwicklungsförderung auch die humane Seite.

Veronika Kunze und Herbert Bronnenmayer konnten 2020 zwei Besuche absolvieren und sind im „home office“ täglich mit dem SüdSudan verbunden. Planung, Unterstützung, Mentoring, Abrechnungen etc. funktionieren gut auch digital.

Die Buchhaltung wird genauestens von Ingeburg Sperr und Mag. Martina Schellnast geführt, an die Landesregierung und an die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EOS geschickt und an das Finanzamt zur Prüfung auf Spendenabzugsberechtigung weitergeleitet.

Miakwadang wurde 2008 als Verein angemeldet und hat somit mehrere Vorstandsperioden durchlebt. Sind für die die verantwortliche Mitträgerschaft von Prof. Daniel Weghuber und DI Alexander Hader sehr dankbar.

MiakWadang benötigt nach wie vor eine treue Spenderschaft und ist im Empfängerland als kleine, sparsame NGO bekannt. Wir legen Wert auf Startaktionen ohne große finanzielle Versprechungen und beteiligen uns gerne, wenn Aktionen im Land in die Gänge kommen und wir erst dann mit Finanzierungen einsteigen.

So gibt es keine beeindruckenden Bürogebäude und Imageinsignien. Wir versuchen knapp an den „grassroots“ zu agieren, eher mit alternativer Bescheidenheit in dieser Situation der Resourccenknappheit. So lässt sich auch leichter stimulieren, dass Bürger sich ihrer einfachen Herkunft wieder stolz bewusst werden und an das Wissen und die Gesellschaftskultur und bewährte Techniken anknüpfen.



Für die Einsätze vor Ort verantwortlich:

Veronika Kunze, Herbert Bronnenmayer MiakWadang, Dr. Riesenhuberstrasse 6 4563 Micheldorf +43 650 2612 781, +43 664 4567 412 kunze@kernigleben.at, miakwadang@gmail.com www.miakwadang.org

AT19 2032 0250 0000 5008 ASPKAT2LXXX Spenden sind steuerlich absetzbar wenn uns Name, Adresse, Geburtsdatum, Telefonnummer, Emailadresse, Einverständnis bekannt gegeben werden.

Gerne können Sie diesen Bericht auch Ihren Bekannten weitergeben, danke für die Verbreitung.

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